Gedichte
2022
Jung, Gerhard
D Futorologe wüsse s hüt:
s Johr zweitausigzweiezwanzig
siht de Butter nümmi ranzig,
will s dört gar kei Chueh meh git.
S git kei Wurst meh un kei Brot;
statt em Choche, Brote, Grille
nimmsch am Werchtig blaui Pille;
un am Sunntig sin si rot.
Schaffe tuet kei Mensch dört meh.
Was es z tue git, macht d Maschine.
Si loßt regne, schneie, grüene,
schniidet d Hoor un putzt der d Zäh.
D Mensche werde schön wie nie:
d Nase tuet mer okkuliere,
churzi Beinli prolongiere,
d Ohre stutze oder zieh.
Kein würd meh e Büüchli ha,
X-Bei oder gar e Glatzi,
keini würd meh z breit un z platt si
hinte oder vornedra.
S git für alles Apperat.
Bruuchsch nit denke un nit laufe;
s Glück chasch i me Gückli chaufe
für e Mark am Automat.
Aber würds no besser si?
Würd nit s Lebe sini Bahne
laufe, so wie s andri plane,
mit em Eierchopf-Genii?
Wo de gohsch wirsch motiviert
vu de Zeche i an d Locke,
aß de jo nit afangsch bocke,
wenns der emol über wird.
Uus de Traum vu Frau un Ma!
D Chinder mixt mer in Retorte,
alli Größene un Sorte,
wie mer si grad bruuche cha.
Ob de Mond schiint in de Nacht,
ob s e Gwitter git am Morge,
o de Freud häsch oder Sorge,
würd im Combi-Utter gmacht.
s bstimmt no alles d Wisseschaft:
d Philo-, d Psycho-, d Metrologe,
d Päda- un di andre Goge,
selli gän dim Sii de Saft.
Jo sogar de liebi Gott
mueß goh d Futrologe froge,
wie des mit dem Ziteboge
„folgerichtig“ witergoht.
S git en interessanti Zit,
we mer s überdenkt im Stille:
Voll mit Wisseschaft un Pille. -
Aber i leb lieber hüt.
D Pille sin suscht scho bequem,
aber Brotis, Chrutt un Spätzli
die sin besser. Un mi Schätzli
isch wie n i für s alt System.
Des Gedicht hät de Gerhard Jung 1978 gschriebe un s isch im
„Bettmümpfeli“ bim Moritz SchauenburgVerlag erschiine.
Januar 2022
D Futorologe wüsse s hüt:
s Johr zweitausigzweiezwanzig
siht de Butter nümmi ranzig,
will s dört gar kei Chueh meh git.
S git kei Wurst meh un kei Brot;
statt em Choche, Brote, Grille
nimmsch am Werchtig blaui Pille;
un am Sunntig sin si rot.
Schaffe tuet kei Mensch dört meh.
Was es z tue git, macht d Maschine.
Si loßt regne, schneie, grüene,
schniidet d Hoor un putzt der d Zäh.
D Mensche werde schön wie nie:
d Nase tuet mer okkuliere,
churzi Beinli prolongiere,
d Ohre stutze oder zieh.
Kein würd meh e Büüchli ha,
X-Bei oder gar e Glatzi,
keini würd meh z breit un z platt si
hinte oder vornedra.
S git für alles Apperat.
Bruuchsch nit denke un nit laufe;
s Glück chasch i me Gückli chaufe
für e Mark am Automat.
Aber würds no besser si?
Würd nit s Lebe sini Bahne
laufe, so wie s andri plane,
mit em Eierchopf-Genii?
Wo de gohsch wirsch motiviert
vu de Zeche i an d Locke,
aß de jo nit afangsch bocke,
wenns der emol über wird.
Uus de Traum vu Frau un Ma!
D Chinder mixt mer in Retorte,
alli Größene un Sorte,
wie mer si grad bruuche cha.
Ob de Mond schiint in de Nacht,
ob s e Gwitter git am Morge,
o de Freud häsch oder Sorge,
würd im Combi-Utter gmacht.
s bstimmt no alles d Wisseschaft:
d Philo-, d Psycho-, d Metrologe,
d Päda- un di andre Goge,
selli gän dim Sii de Saft.
Jo sogar de liebi Gott
mueß goh d Futrologe froge,
wie des mit dem Ziteboge
„folgerichtig“ witergoht.
S git en interessanti Zit,
we mer s überdenkt im Stille:
Voll mit Wisseschaft un Pille. -
Aber i leb lieber hüt.
D Pille sin suscht scho bequem,
aber Brotis, Chrutt un Spätzli
die sin besser. Un mi Schätzli
isch wie n i für s alt System.
Des Gedicht hät de Gerhard Jung 1978 gschriebe un s isch im
„Bettmümpfeli“ bim Moritz SchauenburgVerlag erschiine.
Januar 2022