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Gedichte

Herdepfel

Broßmer, Fritz
(aus: Gedichte und Erzählungen in Mundart)

Herdepfel - bisch e koschtbars Ding,
un keiner achtet dich meh g’ring
als wiä in früehjere Zitte,
duesch fürnehm jetz uff jedem Disch
dr Brote, Uffschnitt, Schunke, Fisch,
vielmol noch s Brot beditte!

Du, unser Helfer in dr Not,
bisch jetz so rar wie s Zuckerbrot,
mr mueß dich bhuetsam zelle;
mr frait sich do ab jedem Schtück,
macht d Schelzige welleweg nit so dick:
verderwe kein, ihr Gselle!

Was für e Fraid, wenn d Zittung bringt:
Hitt gitt s Herdepfel! - Alles schpringt
mit Korb un Sack un Karre;
un mueß mr au emol Schlange schteh -
in dem Fall duet s eim nit so weh,
mr frait sich grad wiä d Narre!

Ob Schnitz, ob Brägel, ob Salat,
kei einzigs Bröckili geh z schad,
au ohni Wurscht un Rippli.
Wie dunkt s ältscht Müetterli doch guet,
wenn sie sich sunscht nix gunne duet
als noch sone Herdepfelsüppli!

Mir bette: O du liewer Gott,
wenn s nur für alli lange wott
jetz mit dem Herdepfelsege!
Gäll awer, s nächscht Johr, wenn s-es duet,
no sei uns gnädiger, sei so guet,
un schick bizitte Rege!

 

 

Mai 2008

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