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Gedichte

D’ Flodderros

Rosa Karcher-Meier (Rheinau-Freistett)
 

Wann em Sommer d Blöeme bleäje,
wü alle Johr deän d Vegel fleäje,
wann d Sonn so klar, so hall döet schinne,
so wunderbar die Bääm, die ville. 

Schpande Schatte göeti Luft,
wann uff de Matte s Höü so duft.
De Wäse bleäjt s get wedder Brot,
die Fräd, mer seäht as esch ken Not. 

Un d Walschkornfahne hoch un pratzi
deän sich mäne, sen allmachti!
Schtell denawe en de Furcht
as well ä bleäje, ingepfercht. 

En vollem Rot, was esch dess bloß?
En aller Not, a Flodderros.
Het ewerlabt, sie döet sich freje,
daß ewerhäpt noch ebs bliet leje. 

Wü so a Samel wenzi klän,
so meßrawel, s esch do dhäm.
S well ä bleäje, s kampft um’s Racht
Sonn un Raje, Daa un Nacht. 

Wie war’s wann net a änzis Bleämel
em Gras denawe so’me Reämel?
Wü lar war’s doch em Harze drenne,
wann nur des Wart, wü Geld döet brenge? 
A gfarbter Rüehm fer all dess Schaffe,
wann gar ken Blöem vor lüdder raffe.
Fer alles schaffe sinner Lohn,
doch s fahlt en Zacke en de Kron.

Juli 2002

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