Startseite zum Kontaktformular zum Menü

D Lahrer Murre trotzt Corona

Die Preisträger 2021 Scho zum zweite Mol het d Priisverleihung für die „Lahrer Murre“ im Corona-Modus mieße ustrage werde. Also mit Abstand un im große Pflugsaal vo Lahr, leider nit in der gmuetliche Mediathek. Eineweg isch au die jetzt nünti Preisverleihung wieder e Fescht für die alemannische Mundartliteratur gworde. Verantwortlich defür sin in erschter Linie d Autore un ihri zum Teil hochklassige Gschichte. Prämiert werde bi de Lahrer Murre unveröffentlichti Texte in de Kategorie Lyrik un Prosa. Die Erstplatzierte kriege 300 Euro, die Zweitplatzierte 200 Euro Priisgeld, uszahlt vo der Stadt Lahr, die de Wettbewerb sit siebe Johr in d Hand gno het. D Lahrer Murre isch in Südbade de einzige alemannische Literaturwettbewerb, wo jedes Johr stattfindet. Un so gits mengmol eweng e Gedrängel um d Priis. Unter de knapp 30 iigreichte Text sin etlichi us de Federe vo prominente Autorinne un Autore. Kei Wunder, dass unter de Gwinner e mäng bekannts Gsicht uftaucht – un au nit zum erschte Mol. D Jury und d Veranstalter hän wege dem beschlosse, dass Priisträger im druffolgende Johr mien ussetze, will au mol Anderi gwinne solle.

In der Disziplin Lyrik isch de Willi Keller (69) us Offeburg, e frueherer SWR-Journalist, mit dem sommerliche Gedicht „Noch de Mahd“ erster Sieger worde. Au der zweite Lyrik-Prissträger, de Werner Fischer us Meßkirch, isch mit sine 90 Johr kei Nochwuchsdichter meh, aber er zeigt, dass guet Schriibe kei Froog vom Alter isch. Unterm Titel „Ich“ offenbart Fischer e sehr ernschti, aber au hoffnungsvolli Reflexion übers Lebe. Der pensionierte Studiendirektor isch in Bolivien gebore, het als Bueb 1939 unfreiwillig bi de Großeltere in Müllheim bliibe mieße un noch em Krieg het er e wissenschaftliche und Lehrerkarriere mit viele Statione absolviert, Bücher gschriebe un Kircheorgel gspielt. Mit Ehrunge un Medaille inklusive Bundesverdienstkrüz chönnt er s Wohnzimmer tapeziere.

In der Kategorie Prosa het der Wendelinus Wurth (68) us Gutach im Kinzigtal, bekannt als Verleger vom Drey-Verlag, mit sinere Betrachtung über das „Glick“ von ere Näiherin d Jury um d Ulrike Derndinger, de Ludwig Hillenbrand un de Stefan Pflaum überzügt. Bim zweite Priis het sich des fachkundige Gremium vo zwei Lehrer un einere Redakteurin nit uf ei Text einige chönne – no het’s halt zwei zweiti Priis geh. Der eine isch an die einzige Frau unter de Sieger gange, an d Sandhya Hasswani (34) aus Herrischried, Si isch in ere dütsch-indische Familie ufgwachse. Der Titel vo ihrem sehr persönlich ghaltene Text „Do acho“ mießt eigentlich e dickes Froogezeiche ha. Nit für sie, denn wer zum Hochdütsche au no Alemannisch lehrt, schwätzt un schriibt, mueß sich do nüt verhalte loo. D Froog isch ehnder, wo diejenige lebe, wo sie mit so blöde Frooge wie „Sie sin also no do? I ha denkt ihr gönt wieder zruck!“ traktiere.

Der zweite zweite Priis isch an de Markus Manfred Jung (67) gange. Gebore im Große un jetzt im Chleine Wiesetal ansässig, isch er der bekannteschte hiesige Bannerträger vom Alemannische, wit über d Grenze vo Südbade uuse, au als Präsident vo de Dialekt-Internationale. Un natürlich als vielfach preiisgekrönte Dichter. Mit sinere anekdotische Gschicht „Glasvitrine“ het er e bsundere Blick uf die Absurditäte un menschliche Abgründe am End vom letzte Krieg gworfe.

Wie schon siter e paar Johr het des Gespann vo Mediathek-Leiterin Birgit König, Moderator Heinz Siebold em Helmut Dold, bekannt als „de Hämme“ d Priisverleihung unfallfrei, unterhaltsam und souverän über d Bühni broocht. Der Wettbewerb um die Lahrer Murre wird au s nächst Johr wieder usgrichtet un die diesjährige Priisträger werde im Mai 2022 Glegeheit kriege, ihre Texte in der historische Hammerschmiede in Lahr-Reichenbach („Richebach“) vorztrage.

von Heinz Siebold





Mitglied werden

Nu nit debii? Dann aber flott! Jetzt mitmache und Mitglied were! So findsch uns
mehr Infos

So findsch uns

Muettersproch-
Gsellschaft
Hansjakobstr. 12
79117 Freiburg
eMail

Immer debii

un uffem laufende!
Abonnier unser
Infoposcht
Nejigkeitebriäfli